Das Alter im Alter lebenswert machen

Katharina Raue besucht die Ökumenische Sozialstation in Bendorf

Das Alter wird immer jünger und ist mit den Vorstellungen aus dem Ende des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr zu vergleichen. Nahezu alle Untersuchungen bescheinigen, ältere Menschen sind heute im Vergleich zu Gleichaltrigen vor zwanzig Jahren geistig und körperlich fitter. Damit steigen aber auch die berechtigten Ansprüche der Seniorinnen und Senioren an ein aktives Altern in - und vor allem nicht neben - der Gesellschaft.

Eines der entscheidenden Kriterien für ein als selbstbestimmt empfundenes Altern ist dabei das Altern zu Hause. „Es ist für alte Menschen sehr wichtig, nicht in der funktionalen Umgebung eines Krankenhauses oder eines Seniorenheimes alt zu werden, sondern nach Möglichkeit im Kreise der Angehörigen“, betont Fred Eikmeier von der Ökumenischen Sozialstation Bendorf.

Wie jedoch können Familien mit berufstätigen Eltern alte Menschen fachgerecht und sozial inklusiv betreuen? Wie können Angehörige mit einer einsetzenden Demenz umgehen? Und wie werden sterbende Angehörige begleitet, wenn ein Hospiz oder eine Fachkraft nicht zur Verfügung steht?

Dass die Grundversorgung an Pflege auch hier im Landkreis Mayen-Koblenz grundsätzlich bedarfsentsprechend ist, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass spezielle Angebote, die das Leben alter Menschen lebenswert macht und pflegende Familien unterstützt, noch fehlen oder in den Kinderschuhen stecken.

Hier könnte eine Einrichtung wie das Programm der Landesregierung „Gemeindeschwester plus“ definitiv hilfreich sein. Eikmeier und Raue bedauern, dass der Landkreis Mayen-Koblenz hierbei keine Berücksichtigung gefunden hat.

„Die Ausrichtung einer Stadtentwicklungsplanung, die auf das Wohnen alter Menschen in der Stadt ausgerichtet ist, bedeutet vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, aber auch der geänderten Sichtweise auf das Alter heute eine neue Herausforderung“, konstatiert Katharina Raue im Anschluss an das Gespräch. „Hier müssen kommunalpolitische Einrichtungen und Verwaltungen mit dem Sachverstand der betreuenden Einrichtungen und der Kompetenz der Stadtplaner mit den Bedürfnissen der alten Menschen zusammengebracht werden“ und kündigte Initiativen zum Aufbau lokaler und regionaler Senioren-Service-Points an.

Besuch der Abgeordneten Katharina Raue

„… das Altern jünger und attraktiver gestalten!“ – darin waren sich die Abgeordnete Katharina Raue und Geschäftsführer Fred Eikmeier von der Ökumenischen Sozialstation Bendorf einig